Wie wählt man einen Uhrenbeweger aus?

Tags: Auswahlleitfaden | klassich

31.12.2025 | 5 MIN

Überlegen Sie, sich einen Uhrenbeweger anzuschaffen? Wir haben alles zusammengefasst, was Sie wissen müssen: ob Sie überhaupt einen brauchen, was Sie vor dem Kauf bedenken sollten, wie Sie den passenden Beweger wählen und wie Sie ihn einstellen.

Was ist ein Uhrenbeweger (Watch Winder)?

Ein Uhrenbeweger ist ein praktisches Gerät, das mechanische Uhren mit automatischem Aufzug in Gang hält, damit sie nicht stehen bleiben, wenn wir sie gerade nicht tragen. Mit anderen Worten: Der Beweger simuliert Handgelenkbewegungen, die beim Tragen den Rotor drehen, und hält die Uhr so aufgezogen.

Ein Uhrenbeweger lohnt sich nur für AutomatikuhrenFür Handaufzugs- oder Quarzuhren ist ein Beweger überflüssig. Auch wenn Sie nur eine Uhr besitzen und diese tragen, hält das Tragen die Uhr in der Regel ausreichend in Gang.

Ein Uhrenbeweger ist meist eine Box, in der sich ein oder mehrere Kissen/Positionen befinden, in die die Uhr eingespannt wird. Durch den Mechanismus drehen sich die Uhren, der Rotor bewegt sich und und zieht das Werk nach.

Für wen lohnt sich ein Uhrenbeweger?

Für Besitzer mechanischer Uhren mit Automatikaufzug, die ihre Uhren häufig für längere Zeit ablegen und nicht jedes Mal neu einstellen möchten. Wenn Sie mehrere Uhren besitzen und abwechselnd tragen, kann ein Beweger sinnvoll sein.

Wer nur eine Uhr täglich trägt, hat davon meist wenig. Und vielleicht gehören Sie zu jenen mit einer vielfältigen Sammlung, denen das Einstellen der Uhrzeit nichts ausmacht. Dann werden Sie einen Beweger vielleicht nie nutzen – auch das ist völlig in Ordnung.

Den größten Vorteil bietet ein Uhrenbeweger Besitzern von Automatikuhren mit komplexeren Kalenderkomplikationen, die mühsam einzustellen sind. Etwa Modelle mit Jahreskalender, Mondphase oder gar ewigem Kalender. Solche Uhren erfordern oft eine aufwendige Einstellprozedur, und ein Fehler könnte sie sogar beschädigen. Es ist daher sinnvoll, sie in Gang zu halten.

Das gilt auch für Vintage-Stücke, z. B. mit Datum ohne Schnellschaltung. Das Einstellen des Datums kann dann mehr Zeit beanspruchen. Mit einem Beweger lässt sich das vermeiden.

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Welche Vorteile hat ein Uhrenbeweger?

Komfort. Ganz klar an erster Stelle.

Das Einstellen komplexerer Kalenderkomplikationen entfällt.

Ästhetik. Ein Uhrenbeweger ist im Grunde eine Vitrine für Ihre Uhren, in der Sie sie – dazu noch in Bewegung – präsentieren können. Ob zu Hause im Wohnzimmer oder im Büro. Wie eine Uhrenbox kann auch ein Beweger ein durchdachtes Deko-Element fürs Interieur sein, nicht nur ein praktischer Helfer.

Bei Vintage-Uhren, die noch keine synthetischen Schmierstoffe hatten, kann es besser sein, wenn sie nicht monatelang in einer Position verharren, sondern das Werk gelegentlich in Bewegung kommt.

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Welche Nachteile hat ein Uhrenbeweger?

Oft heißt es, dass ein Werk durch den Dauerbetrieb schneller verschleißt.

Uhren sind dafür gemacht, getragen zu werden – also in Bewegung zu sein. Ist der Beweger korrekt eingestellt, schadet schadet das dem Werk in der Regel nicht. Natürlich kann sich dadurch die Zeit bis zum nächsten Service verkürzen.

Wenn Sie also erwägen, Uhren in einen Beweger zu legen, die Sie ohnehin nicht einmal gelegentlich tragen und die somit jahrelang lediglich gedreht würden, ist es für diese Uhren besser, sie ruhen zu lassen, sie nur ab und zu in Bewegung zu bringen und ihnen selbstverständlich eine regelmäßige Wartung zu gönnen.

Worauf sollte man bei der Auswahl achten?

  1. Anzahl der Plätze im Uhrenbeweger. Überlegen Sie vor dem Kauf, ob Sie nur eine Uhr oder mehrere bewegen möchten. Beginnen Sie mit einem Einzelbeweger, können Sie später jederzeit einen weiteren hinzufügen.
  2. Drehrichtung. Idealerweise sollte der Beweger links, rechts und bidirektional drehen können. Welche Einstellung für Ihre Uhr geeignet ist, hängt vom jeweiligen Werk ab.
  3. Umdrehungen pro Tag (TPD). Jedes Werk benötigt eine andere Anzahl Umdrehungen für einen adäquaten Aufzug. Hochwertige Uhrenbeweger erlauben die Wahl des TPD-Werts.
  4. Art der Stromversorgung. In der Regel lassen sich Beweger am Netz betreiben. Wenn Sie wissen, dass der Standort keinen Zugang zur Steckdose hat, wählen Sie ein Modell, das auch mit Batterien läuft. Viele Beweger bieten beides.
  5. Materialien des Bewegers. Je hochwertiger die Materialien, desto besser. Sie sehen nicht nur wertiger aus, ein massiverer Beweger steht stabiler und schützt die Uhren häufig besser vor Staub und Schmutz.
  6. Größe der Uhr. Große Uhren – vor allem hohe („dicke“) und schwere Modelle (über ca. 140 Gramm) – passen nicht in jeden Beweger. Das gilt besonders für günstigere, Kunststoffmodelle mit wenig Platz, geringerer Stabilität und oft schwächeren Motoren. Umgekehrt trifft das auch auf kleine Uhren, z. B. Damenmodelle, zu: Sie sind bisweilen zu klein für das Kissen. Wählen Sie daher einen Beweger mit verstellbaren Haltern oder probieren Sie es vorab aus.
  7. Lautstärke des Bewegers. Leider geben viele Hersteller die Lautstärke nicht an. Auch hier gilt: Je hochwertiger, desto besser gedämmt. Premium-Beweger bieten zudem Timer bzw. Ruhezeiten, z. B. eine Nachtpause.
Bei hochwertigen Bewegern lässt sich die Größe der Kissen anpassen, damit die Uhr perfekt sitzt.

Bei hochwertigen Bewegern lässt sich die Größe der Kissen anpassen, damit die Uhr perfekt sitzt.

Wie stellt man den Uhrenbeweger ein?

Sie sollten sich bewusst machen, dass der Beweger die Uhr nur in Gang halten, nicht aber ständig bis zum Anschlag voll aufziehen sollte. Auch wenn bei Automatikuhren keine Gefahr besteht, die Feder zu überdrehen, ist es dennoch nicht ideal, wenn sie permanent voll aufgezogen sind.

Wählen Sie die Einstellung daher so, dass die Uhr lediglich in Gang gehalten wird und der Aufzug unterbrochen erfolgt.

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  1. Stellen Sie die korrekte Anzahl Umdrehungen pro Tag (TPD) ein*. Je nach Werk variiert der Wert. Bei gängigen Dreizeigern liegt er meist um 650–800 Umdrehungen pro Tag. Bei komplexeren Werken ist er in der Regel höher.
  2. Wählen Sie die Drehrichtung. Es ist hilfreich zu wissen, in welcher Richtung der Rotor die Feder aufzieht – im Uhrzeigersinn (rechts), gegen den Uhrzeigersinn (links) oder in beiden Richtungen. Bei den meisten Werken lässt sich das sehr leicht im Internet oder direkt beim Hersteller herausfinden.
  3. Wählen Sie, sofern der Beweger es zulässt, einen zyklischen Betrieb, also mit Unterbrechungen. Die Uhr läuft z. B. 1 Minute und pausiert dann 3–4 Minuten. Umfangreicher ausgestattete Beweger bieten etwa einen Nachtmodus, in dem der Aufzug nachts pausiert. So kann die Uhr gewissermaßen „zur Ruhe kommen“.
* Den TPD-Wert und die Drehrichtung finden Sie recht einfach im Internet; es gibt zahlreiche Seiten, die sich damit befassen.

Beispielsweise haben Seiko-Werke der 4R- bzw. 6R-Reihe einen beidseitigen Aufzug, der TPD-Wert liegt um 650. Gleiches gilt für Werke wie die ETA 2824 und ihre Varianten, einschließlich Powermatic 80. Ebenso für die Sellita SW200, SW300 und deren Varianten.

Automatik-Chronographen wie Valjoux 7750 oder Sellita SW500 besitzen einen einseitigen Aufzug im Uhrzeigersinn (Clockwise, also rechts); ein TPD-Wert von etwa 800 ist passend.

Das gilt auch für japanische Miyota-Werke der 8er- und 9er-Reihe, die üblicherweise ebenfalls nur einseitig im Uhrzeigersinn aufziehen; ein geeigneter Bereich liegt bei 650–800 TPD.

Wenn Sie unsicher sind: bidirektional und etwa 650–800 TPD ist für die meisten Werke eine sichere Wahl.

Auch das Material ist bei der Auswahl wichtig – nicht nur für die Gesamtstabilität, sondern ebenso aus ästhetischer Sicht.

Auch das Material ist bei der Auswahl wichtig – nicht nur für die Gesamtstabilität, sondern ebenso aus ästhetischer Sicht.

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