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Swatch SCUBAQUA im Test – Warum reden alle über sie, wenn es (nur) weitere Swatch‑Uhren sind?

Tags: Bewertungen | Swatch | klassich | Fashion

19.11.2025 | 4 MIN

Das Prinzip eines guten Artikels ist doch, den Leser so erarbeitet, dass er sich die Antwort bis zum Schluss verdient, oder? Aber geschenkt – ich sag’s gleich: weil die Swatch Scubaqua sensationelle Uhren mit starken Spezifikationen, 100 m Wasserdichtigkeit, einem spielerischen Diver‑Design sind und nicht das Doppelte kosten, nur wegen eines Schulterschlusses mit Omega oder Blancpain. Neugierig? Dann kommt jetzt der Teil mit dem Weiterlesen.

Über die Swatch ScubAqua wird in internationalen Reviews am häufigsten im Zusammenhang mit der MoonSwatch oder den späteren Scuba Fifty gesprochen. Vor allem deshalb, weil sie dasselbe Material teilen – Biokeramik.

Aber Biokeramik nutzte Swatch schon vorher:

Nicht, dass das nicht weiterhin mehr als spannend wäre. Die Swatch ScubAqua haben ein Gehäuse aus einer Kombination von Biokeramik (Krone, Gehäusemantel) und biobasiertem Kunststoff auf Rizinusölbasis (bei den transparenten Teilen). Dadurch sind die Uhren extrem leicht (etwa 38 Gramm), der keramische Verbund wirkt hochwertiger als normaler Kunststoff und sie fühlen sich sehr angenehm an.

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Was bei den Swatch ScubAqua aber wirklich neu ist, ist die Wasserdichtigkeit von 100 m (10 ATM). Die ist im aktuellen Swatch‑Portfolio nämlich überhaupt nicht üblich. Normalerweise sind es 30 m, obwohl … bei Swatch wurde das schon immer ein wenig anders gehandhabt.

Swatch hatte auch früher Taucheruhren im Programm. Am bekanntesten sind die Swatch Scuba mit 200 m Wasserdichtigkeit aus den frühen 90ern. Mutige Farben und Muster fehlten schon damals nicht.

Klar, die offizielle Linie lautet immer, keiner höheren Belastung auszusetzen als der, für die sie getestet wurde. Uhren mit 3 ATM sind also nur fürs Händewaschen und Regen. Aus Nutzerperspektive wissen wir aber, dass gerade Swatch‑Uhren deutlich mehr wegstecken. Das verdanken sie vor allem ihrem einteiligen Aufbau und dem fest eingepressten Glas. Einzig die Krone kann eine Schwachstelle sein – oder eben ein Riss im Glas.

Und dennoch: Wenn man eine Uhr hat, die 100 m Wasserdichtigkeit ganz offiziell mitbringt, ohne jedes „vielleicht schon“, ist das ein großartiges Gefühl. Zumal es Uhren sind, die wie gemacht fürs Wasser sind!

Das sind die ScubAqua definitiv. Diese Sommerfarben, die einseitig drehbare Minutenlünette, die hervorragende Ablesbarkeit mit breiten, leuchtmassegefüllten Zeigern und Indizes – all das spielt ihnen in die Karten.

Zugegeben, im Kunststoffglas spiegelt sich bisweilen einiges, die Leuchtkraft ist eher schwach und hält nicht lange, und vermutlich nimmt man sie nicht als Uhr, auf die man sich in echten Tiefen verlassen möchte. Gut zu wissen ist aber: Beim Muschelnsammeln ein paar Meter vom Ufer sind sie mehr als souverän.

Es gibt sie in fünf Farbvarianten, deren Farben und Namen von konkreten Quallenarten inspiriert sind. Daher auch die Kombination aus transparentem Gehäuse und Zifferblatt, die den „Jelly‑Effekt“ erzeugen.

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Die unkonventionell bei 10 Uhr platzierte Krone hat mich anfangs ziemlich verwirrt. Laut Swatch ist das weniger ein Zugeständnis an Linkshänder als vielmehr zusätzlicher Schutz (es gibt zudem einen kleinen Kronenschutz). Überhaupt ist die gesamte Konstruktion so gestaltet, dass es keine scharfen Kanten gibt, die etwa an Kleidung hängen bleiben könnten.

Und ich muss sagen: Es sind wirklich unglaublich bequeme Uhren. Trotz 44 mm Durchmesser und 15,4 mm Höhe (unter der Manschette sind sie schlicht nicht gedacht) sitzen sie am Handgelenk wie eine Wolke. Nicht nur, weil sie leicht sind – die Hörner sind abgerundet, fallen stark ab und sitzen auch an schmalen Handgelenken hervorragend.

Und dieses Band! Das Material, erneut aus biobasierten Quellen, ähnelt Silikon, ist aber weicher, haptisch angenehmer, matt und sehr anschmiegsam. Ich hatte leider noch nicht die Gelegenheit, es sommerlicher Hitze auszusetzen – wie die Haut darunter reagiert, wird wohl ähnlich wie bei Silikonbändern sein. Vielleicht sogar besser.

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Wo wir bei Tragekomfort und Hitze sind … Zu den Vorteilen der verwendeten Keramik am Gehäuse gehört eine gute Temperaturbeständigkeit – ein Aufenthalt in den Tropen macht ihnen nichts aus. Außerdem erwärmt sie sich nicht so schnell wie Metall, ist im Sommer am Handgelenk angenehmer, brennt nicht auf der Haut, und Verformungen drohen ebenfalls nicht.

Seien wir ehrlich: Swatch‑Uhren waren immer vor allem ein Style‑Statement (notfalls ein simples Zeitmessinstrument). Ihnen Ambitionen als Profi‑Uhr in welchem Bereich auch immer zu unterstellen, würde ihrem spielerischen, popkulturellen Status nicht gerecht.

Bildquellen:

  • Hodinky 365
  • offizielles Bildmaterial des Herstellers

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