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PRIM Spartak 39 im Test – die Uhr, nach der Fans seit Jahren rufen

Tags: Bewertungen | Prim | Herren | klassich | formell | traditionell

29.9.2026 | 6 MIN

Müsste ich den neuen PRIM Spartak 39 mit einem Wort beschreiben, wäre es: Rückkehr. Zurück zu den Wurzeln, zur Verspieltheit und an die Handgelenke normaler Sterblicher. Endlich überzeugt eine tschechische Uhr durch Design, Historie, Ausstattung und einen Preis, der selbst der internationalen Konkurrenz trotzt. Ist dies der Auftakt eines neuen PRIM-Kapitels und die wichtigste Uhr der letzten Dekade? Erfahren Sie es im heutigen Artikel.

Erst vor Kurzem hat unser Redaktionsteam die PRIM-Manufaktur in Nové Město nad Metují besucht. Neben einem Blick hinter die Kulissen der Fertigung hatten wir dort auch die Möglichkeit, die anstehenden Neuheiten zu sehen. Unter ihnen ragte jedoch ein Modell deutlich heraus und entfachte sofort unsere Begeisterung. Es handelte sich um eine neue Interpretation des ikonischen PRIM Spartak, der vor mehr als 70 Jahren den Grundstein für die eigene Uhrmachertradition in der damaligen Tschechoslowakei legte.

Und was genau hat uns an dieser Neuheit so fasziniert? Zum Beispiel, dass der Spartak erstmals mit einem Uhrwerk Schweizer Herkunft erhältlich ist. Hinzu kommen völlig neue Farbvarianten. Das i-Tüpfelchen ist dann der Preis, der im Vergleich zum Manufakturmodell weniger als halb so hoch ist. PRIM erfüllt damit den Wunsch vieler Fans, die sich seit Jahren zugänglichere Varianten der bekanntesten historischen Modelle gewünscht haben. Wird es PRIM jedoch gelingen, ihre hohen Erwartungen zu erfüllen?

Kurzer historischer Exkurs

Bevor wir uns gemeinsam die Uhr selbst anschauen, gestatten Sie mir einen kleinen Blick in die Vergangenheit. Das ursprüngliche Modell Spartak war nämlich in der Geschichte der tschechoslowakischen Uhrmacherei absolut wegweisend:

1949 stand ein kleines Chronotechna-Team vor seiner schwersten Aufgabe: Die Tschechoslowakei brauchte schnellstens eine eigene Uhrenproduktion. Obwohl buchstäblich auf der grünen Wiese begonnen wurde, erblickten bereits fünf Jahre später die ersten Prototypen das Licht der Welt. Diese Spartak-Uhren läuteten die PRIM-Ära ein, die trotz aller Widrigkeiten bis heute andauert.


Prototyp der Spartak-Uhr von 1954. Quelle: www.antik-hovorka.czVor Beginn der Serienproduktion mussten die neuen Spartak-Modelle zunächst angemessen getestet werden. Die sogenannten Laienprüfungen sollten etwaige Mängel aufdecken, die in der internen Entwicklung nicht erkannt wurden. Daher wurden drei Testserien zu je fünfhundert Stück gefertigt. Die Uhren wurden anschließend sorgfältig ausgewählten Personen aus verschiedenen Berufsgruppen übergeben. Nach Abschluss dieser Tests konnten die Probanden die Uhren zu einem sehr günstigen Preis von 150 Kčs erwerben. Eine nicht näher spezifizierte Anzahl dieser Uhren ist bis heute im Umlauf und erfreut sich großer Beliebtheit bei Sammlern.

 

Prototyp der Spartak-Uhr von 1954. Quelle: www.antik-hovorka.cz

 

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Die erste tschechoslowakische Spartak-Uhr von 1954. Quelle: www.antik-hovorka.cz

Die erste tschechoslowakische Spartak-Uhr von 1954. Quelle: www.antik-hovorka.cz

Warum hießen die ersten PRIMs Spartak? Das kommunistische Regime suchte einen prägnanten, ideologisch passenden Namen – beinahe wäre es übrigens „Kotva“ (Anker) geworden. Nach nur rund 1600 produzierten Spartak-Exemplaren vereinheitlichte das Ministerium 1957 die Uhrenbezeichnung mit den bekannten PRIM-Weckern. Ein Name, der bis heute generationsübergreifend bekannt ist.

PRIM kehrt nicht zum ersten Mal zum Spartak zurück: Im aktuellen Angebot finden sich bereits die Modelle Spartak 39 und 43 Manufacture. Diese waren bisher jedoch ausschließlich mit teureren Manufakturkalibern erhältlich. Da die heutige Neuheit gestalterisch genau darauf basiert, werden wir im Test öfter Vergleiche ziehen. Zur Auffrischung hier ein Foto:

Ich bin Spartacus!

Wie im Vorspann angedeutet, wecken die fünf neuen Zifferblattfarben pure Freude. Die Wahl fällt wirklich schwer, denn PRIM experimentiert hier mit historisch völlig neuen Tönen: Neben klassischem Dunkelblau und Grau erstrahlen die Uhren nun auch in modernem Türkis, kräftigem Rot und zartem Ocker.

Ein dezenter Farbverlauf bringt besonders das Rot, Türkis und Grau wunderbar zur Geltung. So etwas Leichtes und Verspieltes gab es bei PRIM wohl noch nie! Im Gegensatz zu den klassischen Manufakturmodellen (nur in Weiß, Blau, Braun) zielt dieser frische Ansatz klar darauf ab, den Spartak zu entschlacken, zu modernisieren und einem jüngeren Publikum näherzubringen.

Apropos ‚entschlacken‘: Das Zifferblatt bleibt dem Manufaktur-Vorgänger folgend strikt minimalistisch. Auffällig ist die weiße Kombination aus Punkt- und arabischen Indizes, die für perfekten Kontrast sorgt. Ein echtes Novum bei PRIM: Sowohl Indizes als auch Zeiger sind vollflächig mit Leuchtmasse belegt, was eine hervorragende Ablesbarkeit selbst in der Dämmerung garantiert.

Die leuchtbeschichteten Indizes und Zeiger des neuen PRIM Spartak 39 haben uns sehr überrascht.

Die leuchtbeschichteten Indizes und Zeiger des neuen PRIM Spartak 39 haben uns sehr überrascht.

Außerdem finden wir auf dem Zifferblatt gedruckte Minutenindizes, deren Farbton jeweils stimmig die entsprechende Variante ergänzt. Zuletzt bleibt uns noch das Logo. Dieses ist – wie beim historischen Vorbild – in serifenloser Schrift gesetzt: elegant, minimalistisch und vor allem ikonisch. Das gesamte Zifferblatt wird von einem gewölbten Saphirglas mit innenliegender Antireflexbeschichtung geschützt.

Interessant ist, dass die Uhr trotz der Beibehaltung einiger ursprünglicher Designelemente sehr modern wirkt. Dazu trägt vor allem das Gehäuse bei, das wir uns nun näher ansehen.

Mit 39 mm Durchmesser und 9,6 mm Höhe bietet das optisch fast identische Gehäuse kompakte, moderne Maße. Besonders erfreulich: Trotz des Wechsels von Handaufzug zu Automatikwerk ist die Neuheit stolze 1,2 mm flacher als der Manufakturvorgänger! Dank der dezenten 48 mm Lug-to-Lug-Länge und der gängigen 20-mm-Bandanstoßbreite wird auch ein späterer Armbandwechsel zum Kinderspiel.

Das Gehäuse des neuen Spartak besticht durch das Wechselspiel polierter und satinierter Flächen.

Das Gehäuse des neuen Spartak besticht durch das Wechselspiel polierter und satinierter Flächen.

Dank 5 ATM Wasserdichtigkeit macht der Spartak alltäglichen Wasserkontakt wie Regen oder Duschen problemlos mit. Der mit sieben Schrauben befestigte, geschlossene Gehäuseboden trägt lediglich den Uhrennamen – eine perfekte und sicher bald sehr gefragte Fläche für individuelle Gravuren! Abgerundet wird das Gehäuse durch die mit dem Nové-Město-Piktogramm signierte Krone.

Der Gehäuseboden trägt das Nové‑Město‑Piktogramm und den Schriftzug Spartak 39.

Der Gehäuseboden trägt das Nové‑Město‑Piktogramm und den Schriftzug Spartak 39.

Bevor wir das Innere enthüllen, ein Blick auf die robusten Rindsleder-Armbänder: Ihr Highlight ist die perfekte farbliche Abstimmung von Leder und Steppnähten auf Zifferblatt und Sekundenzeiger. Praktische Schnellwechsel-Federstege und eine Dornschließe mit dem Nové-Město-Piktogramm runden das harmonische Gesamtbild am Handgelenk ab.

Beim Manufakturmodell war das Piktogramm lediglich graviert – eine sehr angenehme Änderung.

Beim Manufakturmodell war das Piktogramm lediglich graviert – eine sehr angenehme Änderung.

Statt des Manufakturkalibers 103 treibt nun ein Schweizer Goldstandard den Spartak an: das altbekannte Sellita SW200-1. Diese legendäre ‚Kalaschnikow der Uhrenwelt‘ bietet bewährte Spezifikationen: Automatikaufzug (inkl. Handaufzug), 4 Hz Frequenz, 42 Stunden Gangreserve und Sekundenstopp. Ein robustes Kraftpaket, das zudem mit einfacher Wartung und hervorragender Ersatzteillage glänzt.

Fazit

Schon beim ersten Anblick wusste ich: Der neue Spartak 39 ist die wichtigste PRIM der letzten Dekade! Der Marke fehlte lange ein Modell, das quer durch die Gesellschaft auch eine völlig neue Generation anspricht. Diese Aufgabe meistert der Spartak bravourös – als großer Fan bin ich vom jüngsten Wurf restlos begeistert!

Salopp gesagt: Hier passt einfach alles! Wunderschöne Farben, minimalistisches Design, ein tragbares Gehäuse und das bewährte Werk ergeben ein perfektes Gesamtpaket. Auch der Name Spartak ist klug gewählt: Die Geschichte der ersten tschechoslowakischen Uhr lebt im modernen Gewand weiter und wird garantiert auch völlige Neuentdecker begeistern.

Bleibt natürlich die Preisfrage – und die barg eine überaus angenehme Überraschung! Zwar ist die Uhr kein Schnäppchen für jedermann, doch im PRIM-Portfolio und erst recht im Vergleich zu Konkurrenten mit demselben Werk ein absolut faires Angebot. Gepaart mit dieser starken Historie kann ich erstmals ohne Übertreibung sagen: Diese tschechischen PRIMs sind auch international voll konkurrenzfähig!

Dem neuen Spartak wünsche ich viel Erfolg und hoffe, dass er generationenübergreifend zu einem gefragten Modell wird. Spannend dürfte auch die Zukunft im Hinblick auf neue Farben und Zifferblattvarianten werden – das minimalistische Zifferblattkonzept drängt sich dafür geradezu auf.

Wie gefällt Ihnen der neue Spartak 39? Teilen Sie Ihre Meinung mit uns in den Kommentaren.

Bildquellen:

  • Herstellerfotos
  • Hodinky 365

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