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Historische Uhrenkollektion von Bulova – Bulova sprengt seit 150 Jahren Grenzen

Tags: Über die Marke | Bulova | Damen | Herren | klassich | Retro

21.1.2026

Wie Sie aus einigen unserer früheren Beiträge sicher wissen, hat Bulova kürzlich sein 150-jähriges Jubiläum gefeiert. Ein solcher Meilenstein hat in der Uhrenwelt ein besonderes Gewicht und lädt zugleich zur Reflexion über den bisherigen Kurs der Marke, ihre Erfolge und ihre Gesamtstrategie ein. Eine solche Reflexion haben wir uns auch bei Hodinky 365 gegönnt! Aus dem Bulova Museum in New York wurden uns nämlich mehrere ikonische Modelle ausgeliehen, die die große Geschichte der Marke förmlich ausstrahlen.

Aktuell können Sie die historische Bulova‑Kollektion in unserer Filiale in Ostrava besichtigen. Sie ist bis Ende Januar 2026 ausgestellt.

America runs on Bulova time!

Die Geschichte des Mannes hinter der Marke Bulova folgt dem klassischen Drehbuch des amerikanischen Traums. Widrige Lebensumstände in der Heimat, Emigration in die USA und anschließend unternehmerischer Erfolg im Weltmaßstab. Genau so ließe sich die Geschichte des in Tschechien geborenen Josef Bulova zusammenfassen, der die Marke 1875 gründete. Wenn Sie der Satz neugierig gemacht hat, empfehle ich unbedingt den Beitrag unserer Kollegin Eliška, der die Geschichte der Marke übersichtlich nachzeichnet:

Bulova dominierte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den US-Markt und baute sich auch im Ausland eine starke Position auf. Hinter dem Erfolg standen viele Faktoren, doch einer der wichtigsten war meines Erachtens der Umgang mit Innovation. Bulova verzeichnete eine ganze Reihe von Premieren und setzte seinerzeit technologische wie gestalterische Trends. Ich bin überzeugt, dass Sie nach der Lektüre dieses Artikels verstehen werden, was Bulova so außergewöhnlich machte.

Der Beginn der Emanzipation der Damenuhr

Heute gehören Damenuhren zum Portfolio nahezu jeder seriösen Marke. Und auch wenn man sagen könnte, dass Herren nach wie vor eine etwas größere Auswahl haben, ist das Angebot insgesamt überaus großzügig. Das war jedoch nicht immer so. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es zwar Damenuhren, es handelte sich jedoch überwiegend um luxuriöse Modelle mit hohem Anschaffungspreis. Ein Segment erschwinglicher Damenuhren war damals nahezu nicht vorhanden. Und, wie Sie sich denken können, beschloss gerade Bulova, das zu ändern.

So brachte die Marke 1917 ihre erste Damenkollektion namens Rubaiyat heraus. Der Name verweist auf eine persische Gedichtsammlung und evoziert Luxus und Exotik. Die Uhren selbst fielen durch ihre kompakten Abmessungen und das achteckige Gehäuse auf.

Unübersehbar war auch die Inspiration durch persische Ornamentik. Das feine, dezente Armband unterstrich, dass diese Uhren primär für ein weibliches Publikum gedacht waren. All das konnte Bulova zu einem deutlich günstigeren Preis als die luxuriöse Schweizer Konkurrenz anbieten.

Bulova Rubaiyat.

Die Rubaiyat markierten den Start von Bulovas Damenkollektion.

Man kann also sagen, dass Bulova mit den Rubaiyat den Weg der Emanzipation bei Damenuhren beschritten hat. Und auch in den folgenden Jahrzehnten vergaß die Marke die Frauen nicht. Bemerkenswert ist zudem, dass das Erbe der Rubaiyat bis heute im modernen Portfolio fortlebt und es bei Bulova weiterhin Modelle mit dieser Bezeichnung gibt. Auch wenn sich ihr Design inzwischen deutlich von der historischen Vorlage entfernt hat, tragen sie noch immer einen Namen, der auf einen wichtigen Meilenstein der Markengeschichte verweist.

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Auch das nächste Leihstück verweist auf die glanzvolle Geschichte der Bulova‑Damenuhren – Miss America. Sie erblickte 1930 das Licht der Welt und wurde zur sofortigen Sensation. Es handelte sich um wunderschön dekorierte Uhren im Art‑Déco‑Stil.

Modell Bulova Miss America.

Modell Bulova Miss America im Art‑Déco‑Stil.

Das Gehäuse war mit synthetischen Saphiren und Smaragden besetzt. Sie markierte den ästhetischen Höhepunkt des damaligen Angebots und bewies, dass Uhren nicht nur ein funktionales Instrument, sondern auch ein wunderbares Schmuckstück sein können. Der Preis betrug 37,50 Dollar, was in heutiger Kaufkraft rund 720 Dollar entspräche.

2025 überraschte Bulova sogar mit einer modernen Neuauflage in limitierter Auflage von 600 Stück. Damit zeigte die Marke, wie zeitlos dieses uhrmacherische Schmuckstück tatsächlich ist. Manche Dinge altern einfach nicht! Die Nachfrage war groß, das Modell ist derzeit nicht mehr erhältlich.

Dass Bulova-Uhren – nicht nur Damenuhren – Teil der amerikanischen Kultur wurden, belegt auch ihre häufige Präsenz auf der Leinwand. Kürzlich fiel mir etwa beim Schauen der Serie Das Damengambit eine Szene auf, in der die Protagonistin Beth von ihrer Mutter eine Bulova als Geschenk erhält. Und es war nicht irgendeine Uhr, sondern das berühmte Modell American Girl.

Die Bulova American Girl, die Beth Harmon in der Serie trägt. Quelle: www.timeandtidewatches.com

Die Bulova American Girl, die Beth Harmon in der Serie trägt. Quelle: www.timeandtidewatches.com

Dieses Modell gilt bis heute als gestalterisches Kleinod, das sich deutlich vom damaligen Angebot abhob. Das interessanteste Element ist das gefederte Armband, das nach einem ähnlichen Prinzip wie eine Haarspange funktioniert.

Ist das nicht schön? Vintage‑Damenuhr Bulova American Girl.

Ist das nicht schön? Vintage‑Damenuhr Bulova American Girl.

Auch Retro-Fans kamen hier auf ihre Kosten. Im Jahr 2025 war eine moderne Neuauflage des Modells American Girl erhältlich. Es handelte sich um eine limitierte Edition von 3.000 Stück. Leider kann ich potenzielle Interessenten auch hier nicht erfreuen: Das Modell ist im Handel nicht mehr regulär zu finden.

Aus New York erreichte uns zudem ein weiteres bedeutendes Modell, konkret die Bulova Academy Award. Und schon die Box verrät, dass es sich um etwas Exklusives handelt. Bulova erwarb nämlich Anfang der 50er Jahre eine spezielle Lizenz der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Dadurch durfte Bulova vier Jahre lang exklusiv Uhren mit der Bezeichnung Academy Award fertigen, deren Designelemente auf die berühmte Preisverleihung anspielten. Uhren mit dieser Bezeichnung stellten den gestalterischen Gipfel und die damalige Spitzenklasse des Angebots dar.

Zeitgenössische Werbung für Bulova‑Damenuhren. Quelle: www.mybulova.com

Zeitgenössische Werbung für Bulova‑Uhren. Quelle: www.mybulova.com

Eingangs erwähnte ich, dass Bulova auf dem Feld der uhrmacherischen Emanzipation zu den Vorreitern zählte. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte dieses Bestreben, so meine ich, Anfang der 70er Jahre.

Bulova startete nämlich eine bis dahin beispiellose Marketingkampagne. Die Accutron mini wurden mit einem klaren Ziel geschaffen – Gleichberechtigung anzubieten. Gleicher Preis, gleiches Design und gleiche Technologie bei Herren‑ wie Damenuhren. Der Claim der Kampagne lautete: „Equal pay. Equal time.“ (auf Deutsch: „Gleicher Lohn. Gleiche Zeit.“).

Werbekampagne, die die Gleichwertigkeit von Herren- und Damenuhren betont. Quelle: www.ideascollide.com

Werbekampagne, die die Gleichwertigkeit (nicht nur) von Herren- und Damenuhren betont. Quelle: www.ideascollide.com

Wichtig ist noch anzumerken, dass es sich um Accutron‑Uhren mit Stimmgabelwerk handelte. Diese spannende und seinerzeit revolutionäre Technologie ist für sich genommen faszinierend.

Bulova Accutron mit Stimmgabelwerk.

Sogar Damenuhren: Bulova Accutron mit Stimmgabelwerk.

Kollegin Eliška hat sich dieser Modellreihe ausführlicher gewidmet:

In der aktuellen Kollektion findet man leider keine Accutron‑Damenuhren. Trost bietet zumindest ein interessantes Angebot an Herrenmodellen. Wahr ist allerdings auch, dass die Kollektion Accutron (heute ein eigenständiger Subbrand von Bulova) längst nicht mehr die Rolle von einst spielt. Aus ehemals in großen Stückzahlen produzierten und weitgehend erschwinglichen Uhren ist Accutron in das Luxussegment gewechselt und richtet sich nun an eine sehr kleine Kundengruppe. Die gute Nachricht: Bulova widmet bis heute einen erheblichen Teil des Portfolios gerade Damenuhren. Statt der Stimmgabel begegnet man dabei allerdings meist modernem Quarz.

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Bulova im Dienst der Profis

In 150 Jahren versuchte die Marke viele Wege zu gehen, und neben eleganten Uhren führte das ganz natürlich auch zu Modellen, bei denen es nicht nur um Design, sondern um Robustheit und vor allem um die Eignung für den professionellen Einsatz ging.

Militärmodelle von Bulova.

Militärmodelle von Bulova.

Einige dieser Modelle wurden zu Ikonen und werden bis heute in aktualisierten Versionen verkauft. In der Leihkollektion fanden wir gleich mehrere Vertreter dieser Richtung.

Gehäuseboden einer militärischen Bulova Hack.

Gehäuseboden einer militärischen Bulova Hack.

Die ältesten Exemplare sind ohne Zweifel die Bulova Hack. Es waren Militäruhren, die Bulova für die US‑Armee fertigte. Das ältere der beiden Stücke stammt aus dem Jahr 1944, das jüngere aus 1958. Der Name der Uhr geht auf die Anforderung des Militärs zurück, das auf einer Hack‑Funktion bestand, also der Möglichkeit, den Sekundenzeiger anzuhalten. Diese Funktion war vor allem für die präzise Synchronisation der Soldaten während Einsätzen wichtig, bei denen jede Sekunde zählte.

Bulova brachte 2022 eine Neuauflage der Hack. Ausnahmsweise handelte es sich nicht um eine limitierte Edition, das Modell ist daher für alle Interessenten weiterhin erhältlich.

Anfang der 1960er Jahre wurde Tauchen für eine immer breitere Öffentlichkeit populär. Modelle wie Marine Star oder Oceanographer wurden schnell zur beliebten Wahl vieler Kunden weltweit.

Wussten Sie jedoch, dass es den Snorkel (1968) auch als Damenvariante gab?

Taucheruhr Snorkel Automatic.

Taucheruhr Snorkel Automatic.

Und wie wäre es mit einem Snorkel mit Stimmgabelantrieb (1974)? Genau diese beiden Modelle haben uns buchstäblich den Atem geraubt.

Snorkel – aber mit Stimmgabelwerk!

Snorkel – aber mit Stimmgabelwerk!

Und nicht zu vergessen die legendäre Marine Star, die die typische Uhrenästhetik der späten 90er Jahre wunderbar demonstriert.

Sportlicher Marine Master.

Sportliche Marine Star.

Sowohl der Snorkel als auch die Marine Star erhielten moderne Gegenstücke.

Die letztjährige Variante des Snorkel mit Gehäuse aus Hybridkeramik ist Ihnen sicher nicht entgangen. Sie ist eine großartige Alternative zu Uhren der Marke Swatch und verweist obendrein auf eine historisch bedeutende Modellreihe.

Bleiben wir bei Ikonen: Bulova stellte uns auch das weltbekannte Modell Computron zur Verfügung. Es erschien ursprünglich 1976 und war die allererste Digitaluhr von Bulova – zugleich eine Antwort auf die konkurrierende Hamilton PSR, die seinerzeit die digitale Revolution einläutete. Der Computron bestach jedoch nicht nur durch die digitale Zeitanzeige, sondern auch durch seine Form: Das Display war ungewöhnlich an der Unterkante des Gehäuses platziert. Sinn dieser Anordnung war, Autofahrern das Ablesen während der Fahrt zu erleichtern, ohne die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen.

Nicht nur die Uhr – auch die Computron‑Box ist stylisch.

Nicht nur die Uhr – auch die Computron-Box ist stilvoll.

In den letzten Jahren brachte Bulova gleich mehrere Nachfolger der berühmten Computron heraus. In unserem aktuellen Angebot führen wir eine spezielle schwarz‑grüne Edition.

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Als letztes, jedoch nicht minder wichtiges Modell sei die elegante Bulova Seville genannt. Sie kam in den 70er Jahren auf den Markt und lockte vor allem mit ihrer kantigen, an einen Fernseher erinnernden Form. Kantige Uhren lagen damals schlicht im Trend.

Bulova Seville.

Bulova Super Seville mit Day‑Date.

In Tschechien fertigte sogar die tschechische Marke PRIM Uhren in diesem Stil. Falls Sie sich schon gedacht haben, dass eine solche Uhr Ihrer Sammlung hervorragend stünde, habe ich eine gute Nachricht: Seit 2024 gehört ihre Neuauflage zum festen Sortiment. „Der Mehrwert: ein Hochfrequenz-Quarzkaliber mit einer Ganggenauigkeit von ±10 Sekunden pro Jahr.

Zum Schluss

Mich persönlich hat die historische Bulova‑Sammlung sehr begeistert. Jedes Stück verweist auf eines der vielen glanzvollen Kapitel der Markengeschichte. Und jedes könnte tausend Geschichten erzählen. Am Ende hat mich all das daran erinnert, warum ich Uhren so liebe: Ihre Langlebigkeit in Kombination mit Geschichten persönlicher wie gesellschaftlicher Natur macht sie zu einem ganz besonderen Instrument, um Momente festzuhalten. Im Grunde trägt jeder von uns eine kleine Zeitkapsel am Handgelenk.

Und wer weiß – vielleicht werden gerade Ihre Uhren in einigen Jahrzehnten im Museum bewundert oder sind Gegenstand eines ähnlichen Artikels wie dieses hier.

Bildquellen:

  • Hodinky 365
  • Herstellerfotos
  • www.mybulova.com
  • www.timeandtidewatches.com
  • www.ideascollide.com
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