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Tags: Bewertungen | Casio | klassich
22.1.2026 | 5 MIN
Evolutiv statt revolutionär. Casio G-Shock GA-B010 verzichtet auf bahnbrechende Innovationen. Dennoch bietet er ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis, Bluetooth, Schrittzähler und Solar.

Casio G-Shock GA-B010. Kommt Ihnen dieser Name bekannt vor? Das überrascht mich nicht im Geringsten. Dieses neue Modell basiert nämlich auf einem bereits existierenden – dem GA-010. Der Buchstabe „B“ in der Bezeichnung des heutigen Testkandidaten steht für Bluetooth. Somit handelt es sich auf den ersten Blick um nahezu dieselbe Uhr, allerdings zusätzlich mit Bluetooth, Schrittzähler und Solar.
Wenn Sie auf Bluetooth verzichten können und auch ein wenig sparen möchten, ist das Modell GA-010 die Alternative; den Test finden Sie unten.
Beschleunigungssensor, Bluetooth und Solarzelle – all das bietet der GA-B010 zusätzlich gegenüber dem erwähnten Vorgänger. Logischerweise könnte man erwarten, dass die Uhr dadurch größer wird, weil diese Technologien Platz im Gehäuse benötigen. Das Gegenteil ist der Fall. Casio positioniert dieses Modell als sportlich und wollte es daher kompakt halten. Folglich wurden die Abmessungen reduziert.
Auch wenn das Gehäuse designseitig praktisch identisch ist, wurden die Proportionen geschrumpft und gestrafft. Der Gehäusedurchmesser beträgt 49,3 mm, die Höhe 15,7 mm. Das Gewicht liegt bei angenehm leichten 57 Gramm.
Zum Vergleich: Der GA-010 misst 51,9 mm im Durchmesser, ist 17,5 mm hoch und 10 Gramm schwerer. Der GA-B010 wirkt spürbar schlanker und leichter.
Ob das geringere Gewicht allein auf das ein paar Millimeter kleinere und flachere Gehäuse zurückzuführen ist, weiß ich nicht, wahrscheinlich aber ja. Gehäuse und Armband bestehen aus biobasiertem Harz, das mit Carbonfasern verstärkt ist.

Die Carbon Core Guard-Struktur schützt das Uhrenmodul vor Stößen und Vibrationen.

Ich kann festhalten: Der GA-B010 sitzt am Handgelenk wirklich hervorragend. Mit seinen Abmessungen und seinem Gewicht ist er sehr komfortabel und passt den allermeisten Menschen. Für eine Sportuhr ist das ein großer Pluspunkt. Ob Sie damit viel oder wenig Sport treiben – sie trägt sich bequem.
Was mir hingegen zuweilen etwas unkomfortabel erschien, war die Bedienung über die von einem Schutzsteg umgebenen Tasten. Das hängt auch davon ab, wie groß Ihre Finger sind. Meine sind eher schmal, und doch gelang es mir manchmal nicht, die Taste so zu drücken, wie ich es brauchte. Keine Ausnahme ist jedoch die mittlere Taste für die Beleuchtung bei 6 Uhr – sie lässt sich hervorragend bedienen.

Das Zifferblatt wird durch ein robustes, für G-Shock typisches Mineralglas geschützt. In der unteren Hälfte des Zifferblatts befindet sich ein Digitaldisplay – erneut sehr gut ablesbar, sogar bei schlechteren Lichtverhältnissen.

Im oberen Bereich findet sich zudem ein kleines, weiter rechts platziertes Hilfszifferblatt. Vollständig entfallen ist hingegen das schmale Hilfszifferblatt auf der linken Seite, das etwa der GA‑010 hatte. Neben dem Display springen die analogen Zeiger ins Auge; sie tragen eine feine Leuchtbeschichtung. Für die hervorragende Ablesbarkeit sorgt die bewährte Neobrite-Technologie – nicht nur auf den Zeigern, sondern auch auf den Stundenindizes.

Was Sie hingegen nicht sehen, ist die im Zifferblatt verborgene Solarzelle, die für einen langen und vor allem sorgenfreien Betrieb sorgt. Bei täglichem Tragen nimmt sie Licht auf und lädt damit den Akku, der das Kaliber Casio 5736 speist (Genauigkeit ±15 Sekunden pro Monat).
Die Solarzelle ist mit einer Lebensdauer von rund 10 Jahren angegeben. Aus meiner Erfahrung kann ich bestätigen, dass dieser Wert bei sachgemäßem Umgang realistisch ist. Ich habe sogar unzählige Fälle erlebt, in denen sie deutlich länger hielt. Sollte die Kapazität dennoch so weit nachlassen, dass sie nicht mehr funktioniert, lässt sie sich auch nach Jahren zu einem vergleichsweise moderaten Preis ersetzen.
Ansonsten die G‑Shock-typischen Basics: enorme Stoßfestigkeit der Uhr, Resistenz gegen Vibrationen und Staub sowie 200 m Wasserdichtigkeit.
Die Funktionsausstattung entspricht im Grunde der des GA‑010, ergänzt um Bluetooth. Damit lässt sich die Uhr umfassend über die Smartphone-App Casio Watches konfigurieren. Außerdem verfügt die Uhr über einen Beschleunigungssensor und kann daher Schritte zählen. In der App können Sie folglich Tagesziele definieren und verfolgen.

Weil ein Beschleunigungssensor verbaut ist, erhalten Sie in der App nicht nur die Schrittzahl, sondern – basierend auf Ihren Körperdaten – auch eine Berechnung der verbrauchten Kalorien.
Ihre Statistiken können Sie als Wochen- oder Monatstrends verfolgen und so am Ball bleiben.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich die teils unzuverlässige Funktionalität der Casio Watches-App. Ich habe mich inzwischen so sehr daran gewöhnt, dass es mir fast normal erscheint, wie launisch sie arbeitet. Oft fangen die Probleme schon bei der Konto-Registrierung an: Man kann den Vorgang problemlos zehnmal durchlaufen, und aus irgendeinem Grund klappt es einfach nicht. Anschließend lässt sich die Uhr häufig nicht verbinden, bis die App meint, jetzt sei der richtige Zeitpunkt. Für das Koppeln von Uhr und App sind eine Prise Geduld und ein freies Zeitfenster empfehlenswert.
Zur Standardausstattung gehören außerdem Stoppuhr, Countdown-Timer, Weltzeit, Dualzeit, automatischer Kalender und ein Alarm mit akustischem Signal. Die akustische Signalisierung lässt sich für Tasten oder Funktionen einstellen. Für die analogen Zeiger gilt: Sie bieten eine Zeigerverstellung (Hand Shift), um Anzeigen freizugeben.
Damit ist die typische Basisausstattung der preisgünstigen G‑Shocks aus der Original‑Reihe abgedeckt. Durch das zusätzliche Bluetooth zählen sie innerhalb dieser Linie zu den besser ausgestatteten Modellen.
Ich würde nicht behaupten, dass mir die Kinnlade herunterfällt. Das Konzept dieses Modells kennen wir bereits; wir haben es bei vielen Modellen gesehen. Gleiches gilt für die Funktionen: nichts Neues, dennoch gefällt mir, dass Casio Auswahl bietet. Sympathisch ist außerdem, dass Casio, auch ohne radikale Innovationen, sein Portfolio Schritt für Schritt aktualisiert und verjüngt.
Also … Ist es ein bahnbrechendes Must-have, das in jede Sammlung muss? Nein. Aber: Wenn Sie es in die Sammlung aufnehmen, wird es Ihnen zweifellos Freude bereiten.
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