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Tags: Bewertungen | Coros | Smart
16.1.2026 | 10 MIN
Funktional fällt die Coros Pace 4 nicht aus dem Rahmen dessen, was Coros bereits kann, doch der Preis macht sie zu einem der interessantesten Trainingsgeräte am Markt. Eine Kombination, die man nur schwer ignorieren kann.
Zur Coros Pace 4 lässt sich gleich zu Beginn sagen: Sie sieht weder richtig schlecht noch richtig gut aus. Es ist schlicht keine Uhr, für die man Komplimente bekommt – aber eben auch keine, bei der hinter der Ecke getuschelt würde: „Mein Gott, was hat der da am Handgelenk?“
Die Pace 4 verzichtet auf den umlaufenden Ring am Displayrand, bleibt beim Kunststoffgehäuse und die einzige wirklich neue Komponente ist die Aktionstaste auf der linken Gehäuseseite. Die habe ich bereits im Test zur Apex 4 gelobt:
Am Gehäuse gibt es gleich drei Bedienelemente – eine Drehkrone, die untere Taste (wechselt die Widgets auf dem Zifferblatt und bringt Sie einen Schritt zurück) und die neue Aktionstaste. Die freut mich, weil sie genau das löst, was mich bei anderen Marken nervt – mit einer Taste gelangen Sie zur Breadcrumb-Navigation bzw. Track-Ansicht (bei der Pace 4 ohne Kartenhintergrund) und wieder zurück.
Die Datenbildschirme gibt es hier horizontal und vertikal. Stellen Sie sich vor, Sie sind auf dem zweiten Datenbildschirm, drücken die Aktionstaste, landen auf der Karte, und ein erneuter Druck bringt Sie wieder auf den zweiten Bildschirm (nicht an den Anfang). Das ist super.
Die Aktionstaste lässt sich zudem für jede Sportart konfigurieren. Beim Krafttraining bietet sie im Grunde nur das Wechseln zwischen Sätzen an, beim Laufen hingegen das erwähnte Umschalten der Bildschirme, das Hinzufügen einer Position und die nächste Runde. Ebenso lässt sich auch die rechte untere Taste konfigurieren. Eine gewisse Konfiguration hat auch die Krone: Ein Druck pausiert die Aktivität sofort und zeigt Ihnen Optionen an, oder sie zeigt zunächst ein Menü, was Sie eigentlich tun möchten. Sie können die Aktivität also direkt beenden und speichern, ohne sie vorher zu pausieren.

29.12.2025
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Schade ist allerdings, dass die Aktionstaste nur innerhalb einer Sportaktivität „Aktion“ zeigt. Außerhalb davon ist sie eine ziemlich tatenlose Taste.
Der größte Trumpf im Design der Pace 4 ist seit jeher das Gewicht. Es hängt vom Armbandtyp ab (22 mm Bandanstoßbreite), zur Wahl stehen Silikon und Nylon. Am Nylonband wiegt die Pace 4 nur 32 Gramm, am Silikonband 40 g.
Coros schreibt auf seiner Website: „Mit nur 32 Gramm am Nylonarmband ist die PACE 4 leichter als das Gel in Ihrer Tasche.“
Die Abmessungen sind für mich so unisex wie möglich: Der Gehäusedurchmesser beträgt 43,4 mm. Die Höhe ohne Sensor liegt bei 11,8 mm.
Die Wasserdichtigkeit beträgt 5 ATM, die Betriebstemperatur −20 °C bis 50 °C. Ich erlebe oft, dass Leute mit Smartwatches in die Sauna gehen – hier haben Sie die Antwort, ob das eine gute Idee ist.
Coros wurde beim Thema Displaywechsel sehr konkret. Die Pace 4 bietet nämlich 164 % höhere Auflösung als die ursprüngliche dritte Generation. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein riesiger Sprung – aufgrund der Technologie muss man aber hinzufügen, dass MIP (die ursprüngliche Technologie) generell deutlich geringere Auflösungen hat als AMOLED, auf das die Pace 4 nun umgestiegen ist.
Konkret ist es ein 1,2″-Touch-AMOLED-Display mit 390 × 390 px.
Ich will nicht lügen – es ist wirklich eine Freude, hinzusehen. Ich bin allerdings ziemlich pragmatisch und würde persönlich vielleicht MIP etwas mehr schätzen. Der Grund ist simpel: Ich mag es nicht, wenn das Display komplett ausgeht. Ich möchte ohne wildes Handgewedel sehen, wie spät es ist. Ehrlich gesagt ist das leicht gesagt, denn ich habe keine Sehschwäche. Für viele ist MIP wegen der geringeren Beleuchtung und Auflösung einfach schlechter ablesbar.
Ich verstehe also, dass das aus allgemeiner Sicht die bessere Entscheidung ist – AMOLED wirkt moderner, ist besser ablesbar und hat allem Anschein nach auch niedrigere Produktionskosten. Und wenn man keine Solarladung kombinieren muss, ergibt MIP ohnehin weniger Sinn.
Warum erwähne ich Solarladung? Bis heute (9.1.2026) existiert nämlich keine Smartwatch, die AMOLED-Display und Solarladung kombiniert.
Wie dem auch sei: Die Coros Pace 4 läuft wunderbar flüssig, das Display ist kontrastreich und farbstark.
Wenn man zur Konkurrenz blickt (außerhalb Chinas), sparen günstigere Sportuhren oft an bestimmten Stellen – sie haben kein Barometer und kein Dual-Band-GPS.
Coros durchbricht das ein Stück weit, denn sie bietet sowohl ein Barometer als auch Dual-Band-GPS.
Ich habe die Uhr einem Kollegen, einem Triathleten, zum Testen gegeben. Er hat sie ordentlich rangenommen – hier der Vergleich der Herzfrequenz.

Krafttraining. Blau – Coros Pace 4, Lila – Polar Verity Sense.

Schwimmen. Blau – Coros Pace 4, Lila – Polar Verity Sense.

Indoor-Cycling. Blau – Coros Pace 4, Lila – Polar Verity Sense.

Intervall-Lauftraining. Blau – Coros Pace 4, Lila – Polar Verity Sense.
Seien wir ehrlich. Beim Radfahren hat sich die Pace 4 gut geschlagen, dort spielen aber auch kaum äußere Umstände hinein. Bei den anderen Sportarten ist es keine große Show. Die Frage ist, ob das die endgültige Genauigkeit ist. Coros bringt Uhren häufig heraus, bügelt ein paar Kinderkrankheiten aus – und dann passt es. Sprich: Man justiert die Algorithmen nach.
Seltsam ist allerdings: Die kürzlich erschienene Apex 4 hatte die HF-Messung im Griff, und die Pace 4 ist zudem deutlich leichter – sie sollte also buchstäblich bombenfest am Handgelenk sitzen. Vielleicht hätte man den ursprünglichen Sensor der Pace 3 drinlassen sollen, der war präzise. :)
Beim GPS haben wir keine Ausreißer festgestellt; die Aufzeichnung war zuverlässig.

Blau – Coros Pace 4, Lila – Garmin Forerunner 970.
Die Sensorliste umfasst zudem Accelerometer, Barometer, Gyroskop, Kompass, Thermometer, GPS-Empfänger, Pulsoximeter und Herzfrequenzsensor.
Gegenüber höheren Modellen fehlt der Pace 4 im Grunde nur das EKG. Es dient der genaueren Messung der Herzfrequenzvariabilität, da diese auf der elektrischen Aktivität des Herzens beruht und nicht auf dem Blutfluss. Nachts wird die HRV allerdings über den optischen Sensor gemessen.
Ist das Gehäuse kleiner, bleibt meist auch für den Akku weniger Platz. Offenbar hat das aber niemand Coros erzählt, denn im Smartwatch-Modus kommt die Uhr auf bis zu 19 Tage Laufzeit (6 Tage mit Always-On-Display). Spannend ist der Sprung bei aktiver GPS-Nutzung.
Im HIGH-Modus hält die Uhr bis zu 41 Stunden (30 Stunden mit Always-on), im MAX-Modus dann 31 Stunden.
Das sind ehrlich gesagt sehr schöne Werte. Mit Musik reduziert sich die Laufzeit jedoch deutlich, konkret auf 14 Stunden. Dual-Band-Empfang mit Musik ist noch etwas anspruchsvoller und landet bei rund 12 Stunden.
Wenn Sie Coros-Uhren kennen, erspare ich Ihnen die komplette Funktionsliste und wir schauen direkt auf die Neuerungen.
Sprachmemos. Eine relativ neue Funktion bei Coros – Sie können Sprachmemos speichern, die an eine konkrete Position gebunden sind. Ja, es geht nicht einfach „ins Leere“, sie müssen stets mit einem GPS-Standort verknüpft sein. So lassen sich Positionen speichern und z. B. vermerken, dass es dort eine schöne Aussicht gibt. Oder man geht auf diese Weise eine künftige Rennstrecke ab. Die Wiedergabe ist allerdings nur am Telefon möglich, denn die Pace 4 hat keinen Lautsprecher.
Taschenlampe. Nein, keine klassische LED-Taschenlampe. Der gesamte Bildschirm leuchtet auf – unter anderem ein Effekt des Wechsels von MIP auf AMOLED.
Musiksteuerung. Ein großer Schritt für die Pace-Reihe, auch wenn es in der Welt der Wearables eher eine Basisfunktion ist.
Menstruationszyklus-Tracking. Im Wesentlichen die Aufzeichnung des Zyklus mit der Möglichkeit, drei Tage im Voraus zu erinnern sowie einer Ovulationsprognose.
Worin Coros allerdings stark ist, ist die minimale Differenzierung im Portfolio. Abgesehen von Kartendaten ist die Pace 4 funktional beinahe auf Augenhöhe mit den Topmodellen.
Da Coros primär eine Sportmarke ist, fange ich genau dort an.
Und was messen die Coros?
In diesen Metriken können Sie regelrecht baden – sei es in der App oder in der Desktop-Version am Computer. Ich sage immer: Coros ist etwas für Technikfans. Für absolute Anfänger ist das nichts, denn die Metriken werden oft nicht so mundgerecht serviert wie bei der Konkurrenz. Das ist aber in Ordnung. Coros möchte schlicht, dass echte Sportler ihre Uhren nutzen.
Die Auswertung einer Sportaktivität sieht dann etwa so aus:

Oder Sie baden in diesen Zahlen:

Sehen Sie: Bei Coros können Sie sicher sein, dass Sie alles über Ihr Training erfahren, was gesagt werden muss. Wo Ihre starken und schwachen Laufseiten liegen, ob Sie erholt sind, wie hoch Ihr VO2 Max ist, welche Muskelgruppen Sie beim letzten Krafttraining belastet haben … Es ist wirklich eine Menge.
Coros lobe ich immer auch für die Trainingsbibliothek. Ob einzelne Einheiten oder komplette Trainingspläne – es ist schwer, eine andere Marke zu finden, die hier so gut bestückt ist wie Coros.
Auch wenn Coros bei Sportfunktionen stark ist, bei Health- und Smart-Funktionen hinkt man der Konkurrenz etwas hinterher.
Beim Thema Gesundheit steht für mich immer das Schlaftracking an erster Stelle. Da macht Coros einen soliden Job. Sie erfahren alles über die Schlafdauer, das Verhältnis der Phasen und bekommen sogar eine verbale Bewertung der einzelnen Komponenten. Ob Sie sich oft geweckt haben, ob der Schlaf kontinuierlich war, ob Sie genug Zeit in den jeweiligen Phasen verbracht haben … Früher habe ich bemängelt, dass Coros keine einzige, einfache Zahl von 0 bis 100 fürs Gesamtrating liefert. Dann ist mir klar geworden, dass eine verbale und farbliche Bewertung psychisch etwas weniger auflädt.
Tagsüber misst die Uhr – heute fast selbstverständlich – Herzfrequenz, Stress, Kalorien und weitere Metriken.
Ich mag die Funktion Wellness Check, bei der die Uhr binnen weniger Dutzend Sekunden Herzfrequenz, deren Variabilität, Stress auf einer Skala von 0 bis 100, Atemfrequenz und Blutsauerstoff misst.
Und die Smart-Funktionen? Sagen wir es offen: Coros hat seine Reputation nie auf ihnen aufgebaut. Und es ist auch nicht ihr natürliches Revier.
Die wohl smarteste Funktion ist der Musikplayer, mit dem Sie per App MP3-Tracks auf die Uhr laden können. Coros unterstützt keine Streaming-Dienste. Ich persönlich nutze den Musikplayer in der Uhr selten, schätze aber die Möglichkeit, die am Smartphone laufende Musik zu steuern – das nutze ich häufig.
Noch häufiger nutze ich allerdings die Navigation. Die Pace 4 hat zwar keine Kartendaten, sie kann aber die Routenlinie anzeigen und mit Abbiegehinweisen führen. Alternativ bringt sie Sie über diese Linie zurück zum Startpunkt der Aktivität.
Wenn Sie eine Action-Cam verwenden, unterstützt Coros die Steuerung von DJI, Insta360 und GoPro.
Natürlich beherrscht die Pace 4 auch Klassiker wie Wecker, Stoppuhr oder Benachrichtigungen. Bei letzteren gibt es jedoch keine Antwortmöglichkeiten – nicht einmal unter Android.
Ich möchte mich nicht unnötig wiederholen. Ob der jüngste Nomad, die Apex oder jetzt die Pace – meine Meinung bleibt: Die Funktionen sind nicht revolutionär, der Preis aber schon.
Wenn ich mir alle Neuerungen ansehe, komme ich ungefähr zu diesem Fazit:
Der neue Herzfrequenzsensor ist definitiv ein Upgrade, aber bis er völlig problemlos läuft, werden wir uns noch etwas gedulden müssen.
Sprachmemos sind für mich keine Schlüsselfunktion – und ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob ich sie im Alltag überhaupt nutzen würde.
Die Musiksteuerung ist fein.
Den Menstruationskalender sehe ich als angenehme Verbesserung für Frauen, aber ebenfalls nichts Bahnbrechendes.
Was aber wirklich großartig ist? Der Preis.
Coros hat Kunststoffglas gegen Mineralglas getauscht, die Akkulaufzeit verlängert und den Preis nahezu auf dem Niveau der dritten Generation belassen. Das ist beeindruckend.
Ich persönlich bin eher sparsam veranlagt – und wenn ich ein reines Trainingsgerät suchen würde, ergäbe die Coros Pace 4 für mich sehr viel Sinn.
Und was den Pulssensor angeht: Wenn Sie das drei Monate nach Veröffentlichung dieses Tests lesen, ist es vermutlich schon behoben.
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