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Casio G-Shock GST-B1000 Test – Luxuriöse G‑Shocks zum vernünftigen Preis

Tags: Bewertungen | Casio | klassich

20.11.2025 | 5 MIN

Luxuriös und vor allem universell einsetzbar – das sind die neuen Casio G-Shock GST-B1000. Für einen G‑Shock mit ungewöhnlich tragbaren Abmessungen, in edler Aufmachung und mit der gewohnt robusten DNA. Ist das der Weg, den G‑Shock einschlagen sollte?

Der Trend zu kleineren Größen macht auch vor G‑Shock nicht halt. Wer hätte das bei der Sub‑Linie G‑Steel erwartet, die seit jeher robust und auffällig auftritt. Die GST‑B1000 ändern die Spielregeln: Sie rücken nicht nur namentlich, sondern vor allem durch ihre Verarbeitung von der ursprünglichen G‑Steel‑Machart ab.

Design – Die Wahl fällt auf Minimalismus

Vor ein paar Monaten schrieb ich im Test der G‑Shock GBA‑950, das seien die gelungensten G‑Shocks der letzten Zeit. Ich mag sie noch immer sehr, aber mit etwas Abstand revidiere ich diese Aussage.

Die gelungensten G‑Shocks der jüngeren Vergangenheit sind ohne Diskussion die heute getesteten – die G‑Shock GST‑B1000.

Gesehen, gehört – und erst einmal baff. Im positiven Sinne. Hat sich der neue G‑Steel von der Edifice‑Linie inspirieren lassen? Oder ist Casio noch eine Ebene höher gegangen und hat versucht, diese Uhr gefährlich nah an die Reihen MT‑G und MR‑G heranzurücken?

Dazu äußert sich Casio zwar nicht, sicher ist jedoch: Der Geist dieser Uhr entstammt der traditionellen G‑Shock‑Konzeption.

Die konzeptionellen Elemente behalten die typischen G‑Shock‑Züge bei. In meinen Augen lässt sich dennoch kaum leugnen, dass die Verarbeitung auch Anleihen bei Edifice nimmt. Was die Qualität betrifft, kommen dem Preis entsprechend zwar keine fortschrittlichen Hightech‑Werkstoffe zum Einsatz – das sieht man auf den ersten Blick jedoch nicht. Im Gegenteil: Der erste Eindruck lässt – wie bei mir – schnell den Gedanken aufkommen, es könnte sich um ein Modell aus den Premiumlinien MT‑G oder MR‑G handeln.

Formelle Strenge und G‑Shock – das passte noch nie recht zusammen. Wenn es überhaupt G‑Shocks gibt, die ein wenig formeller wirken, dann sind es die G‑Steels. Für dieses Modell gilt das wohl ohne das geringste Zögern, doch blicken wir kurz in die G‑Steel‑Historie zurück.

Gemein war ihnen ein Metallgehäuse, oft samt Metallband. Das wirkt zweifellos wertiger als das für G‑Shock typische Resin. Gleichzeitig fielen sie – neben den Metallelementen – durch relativ übergroße Abmessungen auf, die zwar für G‑Shock stehen, Formelles und Eleganz aber konterkarierten.

Genau hier setzen sich die GST‑B1000 ab. Sie verfolgen einen minimalistischen Ansatz. Dazu passen die kompakten Gehäusemaße von 44,2 × 11,6 mm. Die Vollmetallkonstruktion schlägt sich auch im Gewicht nieder, das 118 Gramm beträgt. Für eine Alltagsuhr nach wie vor sehr gut tragbar.

Der Kern der Uhr wird von einem leichten, mit Carbonfasern verstärkten Innengehäuse aus Resin geschützt. Das ist ein widerstandsfähiges und zugleich leichtes Material, das den Zweck erfüllt, das Werkmodul zu sichern. Das Modul beherbergt ein Quarzwerk mit Solarantrieb mit der Bezeichnung Casio 5748 und einer Genauigkeit von ±15 Sekunden im Monat.

Auf der Schale, die das Modul schützt, sitzen anschließend verschraubte Stahlbezel-Abdeckungen. Abgeschlossen wird das Gehäuse vom Stahlarmband – dazu gleich mehr.

Für die Verarbeitung verdient Casio Lob. Sie ist schlicht, aber präzise. Casio hat auf die linke obere Taste verzichtet, was mich zunächst überrascht hat. Alles lässt sich über die Krone der Uhr einstellen. So klein sie ist, sie ist ebenso präzise gearbeitet wie der Rest der Uhr. Sie ist sogar so klein, dass ich sie mit meinen eher schmalen Fingern kaum aufschrauben konnte. Ist das gelungen, ist die Bedienung darüber sehr angenehm.

Was vielleicht noch mehr begeistert als die Verarbeitung selbst, ist das Zifferblatt.

Das Brick-Design des Zifferblatts führt uns zurück in die Geschichte und erinnert an einen der ersten G‑Shocks – den DW‑5000C. Auch dieser hatte ein Brick‑Design rund um das Display, auf das die GST‑B1000 anspielen.

Casio G-Shock DW-5000C, zdroj: wornandwound.com

Casio G-Shock DW-5000C, Quelle: wornandwound.com

Der Minimalismus des Zifferblatts wird durch zwei Subzifferblätter leicht aufgebrochen, konzeptionell ergibt das jedoch Sinn – ohne sie wäre es kein G‑Shock. Das linke untere Subzifferblatt fungiert als Modusanzeige. Das rechte Subzifferblatt ist eine AM/PM‑Anzeige, zeigt also Vormittag oder Nachmittag an. Die Subzifferblätter sind das, was man sieht. Was man hingegen nicht sieht, ist das unter dem Zifferblatt verborgene Solarzelle. Es fängt Licht ein und sorgt für einen langen, nahezu sorglosen Betrieb der Uhr.

359,00 € (lieferung bis 9.12.)

Zeiger wie Indizes tragen eine dezent aufgetragene Leuchtmasse – unaufdringlich, aber ausreichend für gute Ablesbarkeit bei Nacht. Als Backup fungiert eine LED zwischen dem fünften und sechsten Index.

Den Designrundgang würde ich mit dem Stahlarmband abschließen. Es ist dezent gestaltet, besitzt eine gelungene Faltschließe und rundet den hochwertigen Eindruck insgesamt ab.

Das Einzige, was den genannten Luxus nicht ganz bestätigt, ist das Mineralglas. Ja, Saphirglas wäre großartig, ist bei G‑Shock aber eigentlich auch nicht typisch. Insofern nachvollziehbar.

Typisch ist hingegen die Stoßfestigkeit, die Beständigkeit gegen niedrige und hohe Temperaturen und natürlich die Wasserdichtigkeit 200 Meter.

Funktionen

Die fortschrittlichste ist Bluetooth – das löst so gut wie alle Probleme. Über die App lassen sich die Uhren mit dem Smartphone koppeln und anschließend so gut wie alle Einstellungen bequem vornehmen. Das ist deutlich einfacher, als alles manuell über Krone und Tasten zu erledigen. Natürlich ist das kein Muss; die Uhr lässt sich auch ohne App einrichten.

Ist die Uhr gekoppelt, gibt es zudem eine Find‑My‑Phone‑Funktion. Durch längeres Drücken einer Taste wird sie aktiviert, sendet ein Signal und das Smartphone gibt einen Ton von sich, dem man folgen kann.

Die GST‑B1000 sind großartig, bringen funktional jedoch nichts Bahnbrechendes. Sie bieten die üblichen Funktionen wie Stoppuhr, automatischen Kalender, Countdown‑Timer und Alarm.

Fazit

Diese Rezension stand unter einem positiven Vorzeichen, und entsprechend positiv fällt auch mein Fazit aus. Endlich gibt es G‑Shocks, die kompakt und zugleich repräsentativ sind.

359,00 € (lieferung bis 9.12.)

Offen gesagt halte ich sie für einen gelungenen Kompromiss gegenüber den Premium‑Reihen, für die man ein Vielfaches bezahlt. Der Preis ist bei diesem Modell absolut vertretbar. Sie bieten eine sehr gute Verarbeitung, Solarladung und Bluetooth‑Kopplung mit dem Smartphone. Und das Einzige, was mich wirklich freuen würde, wäre Saphirglas – sei’s drum.

Bildquellen:

  • Fotografen von Hodinky 365
  • casio.com

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