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Amazfit Active Max im Test – Von wegen, die Größe spielt keine Rolle

Tags: Bewertungen | Amazfit | Herren | Smart

30.12.2025 | 10 MIN

Beim Amazfit Active Max sprechen wir nicht von einer Revolution, sondern von einer cleveren Sortimentsergänzung. Warum hat Amazfit diese Smartwatch überhaupt auf den Markt gebracht?

169,00 € (Lieferung am 13.1.)

Als ich zum ersten Mal vom Active Max gehört habe, war mein erster Gedanke simpel: Warum?

Warum gibt es den Active Max, wenn es Balance 2 und den T-Rex 3 Pro doch schon gibt?

Wofür ist diese Uhr eigentlich gedacht – und für wen? Sind sie für maximal aktive Menschen gedacht? Bieten sie maximale Ausstattung?

Am Ende habe ich es verstanden. Und ihr werdet es auch. Lest einfach bis zum Ende dieses Artikels. Und vielleicht nehmt ihr unterwegs den Rest gleich mit.

Die Gehäusegröße passt zur Jahreszeit

Wenn ich ein einziges Wort wählen müsste, das den Active Max treffend beschreibt, wäre es „bullig“. Wenn diese Uhr für etwas steht, dann genau für diesen Eindruck.

169,00 € (Lieferung am 13.1.)

Keine Ahnung, wann ihr den Artikel lest, aber es passt schön zum Datum (30. 12.). Die ursprüngliche Amazfit Active 2, vorgestellt zum Jahreswechsel 2024/2025, hat ihr erstes Weihnachten hinter sich – und ihr 48,5 mm breite und 12,2 mm dicke Uhr (ich tippe ohne mitgerechnetem Sensor) passt perfekt dazu.

Wo wir beim Sensor sind: Genau der ist das Erste, was mich am Active Max wirklich genervt hat. Der Sensor steht deutlich aus dem Gehäuse hervor, und wenn ihr die Uhr nachts nur ein wenig lockerer tragt, wird die Uhr zu einer ziemlich starken „Taschenlampe“. Das Licht scheint nämlich von unten aus der Uhr heraus – und das nicht zu knapp.

Aber auch Lob: Mir gefallen die beweglichen Bandanstöße. Dadurch passt sich die Uhr sehr gut an nahezu jede Handgelenksgröße an. Hand aufs Herz, das ist trotzdem kein Modell für jeden. Bei diesem Gehäusedurchmesser braucht es einfach das passende Handgelenk. Meins hat 17 cm Umfang, und so sieht das ungefähr aus.

(Foto am Handgelenk)

Beim Design hat sich nicht allzu viel getan. Auf der Lünette verläuft eine 24‑Stunden-Skala, das Armband ist aus Silikon (22 mm, Quick Release), und es gibt Lüftungsöffnungen. Positiv: Man ist vom System weggegangen, bei dem man das Bandende in den inneren Kanal schiebt, und zurück zur Klassik – Dornschließe und zwei Schlaufen.

Das Glas ist Mineralglas, und ich habe das Gefühl, Amazfit hat hier an der einer fingerabdruckabweisenden Beschichtung gearbeitet. Ihre Gläser hatten nämlich einen unschönen Hang dazu – einmal ansehen, schon verschmiert. Hier ist es merklich besser. Vielleicht eine bessere oleophobe Beschichtung?

Trotz der Größe ist die Uhr kein Klotz. Das Gehäuse ohne Armband wiegt 39,5 g. Es ist aber kein reines Plastikgehäuse. Gehäuse und Tasten bestehen aus Aluminium, der Boden ist aus Kunststoff, allerdings mit Metallfinish.

Übrigens unterscheidet sie die Materialwahl von den höheren Reihen von den höheren Reihen, in denen es Saphir und Titan gibt.

Bei der Displaygröße zieht der Active Max mit T-Rex 3 Pro und Balance 2 gleich

Bei den Displaygrößen hat Amazfit noch nie gegeizt, und der Active Max reiht sich jetzt bei den „Eineinhalbzöllern“ ein. Genauer gesagt ist es ein 1,5" AMOLED‑Touchdisplay mit 480 × 480 px Auflösung und bis zu 16 Millionen Farben.

Das Display kommt auf 323 PPI, und ihr müsstet euch schon Mühe geben, um einzelne Pixel zu erkennen. Dazu leuchtet es mit bis zu 3000 Nits! Sinkt der Akkustand jedoch unter 30 %, war’s das – dann erreicht ihr die 3000 nicht mehr.

Durch die Widgets wischt ihr nach links und rechts. Ein Wisch nach unten bringt euch zu den Benachrichtigungen, oben findet ihr das Kontrollzentrum mit verschiedenen Modi (Nicht stören, Schlaf usw.), die Funktion „Mein Telefon finden“ und weitere Schnellschalter.

Die Bedienung ergänzen zwei physische Tasten – die obere öffnet das Hauptmenü und bringt euch zugleich auf den Homescreen zurück, die untere führt schnell zur Auswahl der Sportaktivitäten.

Die Tasten haben eine feine Riffelung, was die Bedienung erleichtert.

Die Tasten haben eine feine Riffelung, was die Bedienung erleichtert.

Die UI läuft sehr geschmeidig, manchmal fast zu geschmeidig … Klingt komisch, ich weiß, aber das Scrollen durch die App-Liste ist extrem sensibel. Scrollt man hingegen in den Einstellungen, ist es plötzlich weniger sensibel – genau richtig. Das macht es umso verwirrender, weil die Sensitivität überall anders ist. Einstellen lässt sich das natürlich nicht.

GPS und optischer Sensor überzeugen

Zunächst zur Quantität.

Im Active Max stecken ein Beschleunigungssensor, Barometer, GPS-Empfänger, Gyroskop, Kompass, Herzfrequenzsensor und ein Thermometer.

Das GPS empfängt Signale von 5 Navigationssystemen, allerdings nur einbandig – das unterscheidet es vom T-Rex 3 Pro und dem Balance 2.

Ich habe sogar die konkrete Antenne gefunden, die im Active Max steckt. Sie heißt Airoha AG3352B, und im Netz lässt sich nachlesen, dass sie im freien Feld eine horizontale Genauigkeit von rund 1,5 m erreicht.

Und die Qualität? Getestet habe ich das an einem Mini-Kreisverkehr in den Komenského sady in Ostrava – sieht doch gar nicht so schlecht aus, oder?

Blau – Amazfit Active Max, Lila – Garmin Tactix 7 PRO

Blau – Amazfit Active Max, Lila – Garmin Tactix 7 PRO.

Und was die Genauigkeit mit dem optischen Sensor Verity Sense angeht, so sieht sie so aus:

 

Blau – Active Max, Lila – Polar Verity Sense.

Hier und da gibt es leichte Aussetzer, vor allem bei fallender Herzfrequenz, aber nichts Dramatisches. Dafür, dass ich bei echtem Winterwetter gelaufen bin, hat der Active Max super abgeschnitten.

Nicht nur ist die Uhr präzise, diese Sensoren tragen auch spürbar zur langen Akkulaufzeit bei. Während der Active 2 im Alltag etwa 10 Tage und mit aktivem GPS ungefähr 21 Stunden durchhielt, bietet der Active Max – logisch bei größerem Gehäuse – deutlich mehr.

Bei normaler Nutzung schafft er als Smartwatch bis zu 25 Tage, bei intensiver Nutzung etwa 13 Tage. Ehrlich gesagt denke ich, dass sich die meisten eher im intensiven Szenario bewegen. Und das umfasst folgende Parameter:

Standardhelligkeit des Displays, dynamisches Zifferblatt, aktivierter Sprachassistent, Herzfrequenzmessung (jede Minute), Stress-Tracking, 30 Minuten Telefonieren via Bluetooth, 60 Minuten Musikhören pro Woche, 3 Trainings mit aktiviertem GPS, jeweils 30 Minuten, 100 Handgelenksanhebungen zum Aktivieren des Displays, 150 Nachrichtenbenachrichtigungen (mit Display-Aktivierung), 3 eingehende Anrufe, 4 NFC-Zahlungen, 15 Minuten Display-Nutzung.

Ich gebe zu, so eine detaillierte Beschreibung von Nutzungsszenarien habe ich noch nie gesehen.

Wenn ihr die Uhr intensiv nutzt und zusätzlich das Always-on-Display aktiviert, verkürzt sich die Laufzeit auf ungefähr 10 Tage.

Überrascht hat mich, dass der Active Max in Sachen Ausdauer sogar zum Dino-Kanonier T-Rex 3 Pro aufschließt. Mit aktivem GPS schafft der Active Max bis zu 64 Stunden, und wenn ihr dazu Musik abspielt, sinkt die Laufzeit auf rund 22 Stunden.

Werte, die man eher von deutlich teureren Smartwatches erwarten würde.

Gesundheitsmonitoring mit KI-Schub

Wenn ich Amazfit in den letzten Jahren mit etwas verbinde, dann eindeutig mit KI-Unterstützung – sowohl beim Training als auch beim Gesundheits-Tracking.

Praktisch gedacht: Seien wir ehrlich, die Daten schaut ihr euch viel häufiger in der Smartphone-App an als direkt auf der Uhr. Und sobald ihr sie öffnet, springt euch als Erstes das hier an:

Zepp App

Worauf ich schaue? Natürlich zuerst auf den Schlaf. Ich erfahre alles über die einzelnen Phasen, habe ein Score auf einer Skala von 0 bis 100 und kann zusätzlich eintragen, was ich vor dem Schlafen gemacht habe. Ob Aktivität, Gaming oder Lesen – die KI bezieht das alles ein und wertet aus, was sich positiv und was sich negativ auswirkt.

Zepp App

Schaut euch das Bild oben an. Die KI teilt mir mit, dass mein Herzschlag langsamer gesunken ist, und fragt gleich, ob ich z. B. Alkohol getrunken habe. Ist das nicht super? Da braucht man nicht einmal eine Ehefrau.

In der Nacht wird zudem die Herzfrequenzvariabilität analysiert, und aus der Kombination aller nächtlichen Variablen berechnet der Algorithmus (oder wenn ihr wollt: die KI) eure BioCharge – also den Ladestand des Körpers auf einer Skala von 0 bis 100. Amazfit ist von einer getrennten Bewertung mentaler und physischer Bereitschaft abgerückt und hat alles unter BioCharge zusammengefasst. Vielleicht hat man verstanden, dass die Bewertung der mentalen Bereitschaft heikel ist. Und vor allem … wozu wäre das gut? „Chef, heute wird das nichts – das Gehirn macht nicht mit.“

Tagsüber messen die Uhren Stress, Herzfrequenz, Atemfrequenz und Blutsauerstoff. All diese Daten könnt ihr außerdem per Ein-Klick-Messung erfassen. Und die macht genau das, was sie verspricht – mit einem Klick alles auf einmal, in wenigen Dutzend Sekunden.

Ein weiterer Unterschied zu höheren Reihen: Der Active Max misst die Herzfrequenz höchstens jede Minute, nicht sekündlich.

Ja, mit dem Active Max könnt ihr auch telefonieren

Wieder beginne ich bei der KI, denn Zepp Flow ist praktisch – und macht Spaß. Das ist ein KI-Assistent, der nicht nur die Uhr steuert, sondern auch Informationen im Internet suchen kann. Es gibt allerdings einen Haken – er versteht Tschechisch, spricht es aber nicht. Ihr könnt ihn also auf Tschechisch fragen, bekommt die Antwort aber auf Englisch.

Wo wir bei Antworten sind: Android‑Nutzer haben recht breite Optionen für Reaktionen auf Benachrichtigungen – per vorgefertigten Antworten oder über die QWERTY‑Tastatur. Es gibt auch Sprach‑zu‑Text, aber auch hier stoßen wir auf dasselbe Problem mit Tschechisch.

Gleiches gilt für Sprachnotizen und den Kalender. Sagt dem Assistenten, er soll einen Termin im Kalender speichern und ihn etwa „Schůzka u šéfa“ nennen. Der Termin wird zwar gespeichert, aber der Titel wird automatisch übersetzt. Und damit meine ich nicht eine Verschiebung auf ein anderes Datum, sondern den eigentlichen Namen.

Ein weiteres für mich wichtiges Feld sind die Karten/Offline-Karten. Die fehlen hier natürlich nicht – inklusive Turn‑by‑Turn‑Navigation. Allerdings bietet Zepp keine Routenplanung direkt in der App, ihr seid also auf ein externes Planungstool angewiesen. Ich betone immer: Die Karten von Amazfit reichen für die Basiskavigation aus, aber ihnen fehlt es leider an Tiefe und Detail. Außerdem könnt ihr in der Offline‑Karte keinen Punkt antippen und euch dorthin navigieren lassen. Ihr müsst die Route immer vorher in der Uhr vorbereiten.

(Foto am Handgelenk mit Karte)

Sehr hilfreich ist auch das Telefonieren via Bluetooth, bei dem die Uhr wie eine klassische Freisprecheinrichtung arbeitet. Einfach den Anruf direkt an der Uhr annehmen und bequem abwickeln. Praktisch finde ich die verzögerte Anrufbenachrichtigung – ihr könnt einstellen, dass der Anruf z. B. erst nach drei Sekunden auf der Uhr erscheint. Sitzt ihr also im Büro und habt das Telefon direkt vor euch, stört die Uhr nicht unnötig.

Ihr könnt außerdem Musik direkt auf die Uhr speichern und sie als Player nutzen. Dafür stehen 4 GB Speicher zur Verfügung. Android‑Nutzer haben erneut einen kleinen Vorteil, denn sie können die App Remotify nutzen, die sogar Playlists von Spotify übertragen kann.

Ich weiß nicht warum, aber bei den Sportfunktionen mag ich PAI am liebsten

Der Active Max kann wirklich viel. Er berechnet die Trainingsbelastung, schätzt VO2 Max und Erholungszeit und die KI empfiehlt auf Basis eurer Gesundheits‑ und Trainingsmetriken ein passendes Training für jeden Tag. Die Funktion heißt Zepp Coach. Wenn ihr nicht auf die KI hören wollt, könnt ihr Workouts selbst erstellen oder auf Trainingspläne zurückgreifen.

Eine kleine Besonderheit ist PAI. Diese Kennzahl vergibt basierend auf Intensität und Dauer des Trainings Punkte. Sie empfiehlt sogar konkrete Workouts und stellt eine konkrete Punktzahl in Aussicht, wenn ihr die Vorgaben erfüllt. Fahrt ihr zum Beispiel 2 Stunden Rad mit einer Herzfrequenz über 104, bekommt ihr 8 PAI. Bei intensiverer Aktivität können es mehr PAI sein. Pro Tag könnt ihr maximal 75 PAI erzielen.

Ich habe eine ältere Aktivität gefunden, bei der ich 1,5 Stunden laufen war, knapp 20 Kilometer im 4:47‑Tempo mit 146er Schnitt gelaufen bin – dafür gab es 56 PAI.

Amazfit schreibt zu PAI: „Die HUNT Fitness Study zeigt, dass Menschen, die ein PAI‑Score von 100 oder höher aufrechterhalten, ein geringeres Risiko für Bluthochdruck, Herzkrankheiten und Typ‑2‑Diabetes aufweisen. HUNT Fitness Study: Diese Studie wurde von Professor Ulrik Wisloff von der Medizinischen Fakultät der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie durchgeführt. Sie dauerte mehr als 35 Jahre und umfasste über 230 000 Teilnehmer. Um diese Funktion nutzen zu können, muss die ganztägige Herzfrequenzmessung aktiviert sein.“

Wenn ihr mit dem Active Max laufen geht, gibt es wirklich viele Daten. Schaut sie euch an.

Ihr verzichtet auf nichts, was auch die höheren Modelle beherrschen – Laufdynamik, Running Power und sämtliche Diagramme in hoher Detailtiefe.

Konkret stehen euch Daten zu Folgendem zur Verfügung:

  • Zeit, Pace und Distanz
  • Kadenz, Schrittlänge, vertikale Bewegung und Verhältnis, Bodenkontaktzeit und Schrittzahl
  • Höhe, Höhenmeter und Steigungsprofile
  • verbrannte Kalorien
  • Herzfrequenz, HF‑Zonen und Laufleistung
  • Leistung in Echtzeit

Ehrlich gesagt, das Einzige, worüber ich gestolpert bin, sind fehlende Golfkarten. Das ergibt aber Sinn – solche Funktionen hebt sich Amazfit offenbar für die höherwertigen Reihen auf.

Und wenn ihr eine weniger gängige Sportart betreibt, stehen die Chancen bei Amazfit gut, dass ihr sie im Angebot findet. Die Uhr unterstützt mehr als 170 Sportprofile, und die Bandbreite illustrieren am besten Raritäten wie Jagdmonitoring, Schneeräumen, Square Dance (ehrlich gesagt weiß ich nicht genau, was das ist) oder Drachenboote.

Wie sind die Active Max?

Groß. Das ist alles.

Am Anfang habe ich mich gefragt, warum es den Active Max überhaupt gibt. Ist er für maximal aktive Menschen?

Nein, es geht wirklich nur um die Gehäusegröße.

Und das ergibt Sinn. Schaut euch Amazfit-Modelle unter 200 € an (grob umgerechnet). Die sind alle winzig oder eckig. Kein erschwingliches rundes Modell für größere Handgelenke.

Das ändert sich mit dem Active Max.

Er bringt eine solide Basis an Funktionen, einen sehr fairen Preis und dazu eine richtig starke Akkulaufzeit. Was will man mehr?

Bildquellen:

  • Studiofotos – Fotografen von Hodinky 365
  • Screenshots – Zepp‑App
  • Diagramme, Karten – DC Rainmaker Analyzer

Im Artikel erwähnte Uhren

Neu Dezember
169 € (Lieferung am 13.1.)